Wanderfreizeit

ENDLICH hat es die Maxi Kraxler wieder in die Berge bei Gramais verschlagen! Nach einem Jahr coronabedingter Pause konnten sich nun 6 mutige Schüler und Schülerinnen in Begleitung von 2 Lehrern und einem Schulbegleiter wieder in die Natur stürzen. Vom 19.9 zum 25.9 haben sie dort 6 wunderschöne Tage verbracht 

Wir starteten an einem Sonntagmorgen um 9 Uhr mit dem Bus. Die Schüler und Schülerinnen haben sofort spekuliert, wie die Berge wohl aussehen, was wir dort essen werden, ob es anstrengend wird. Denn für viele war es die erste Reise ins Ausland. Nach 9 Stunden ermüdender Fahrt sind wir dann endlich ange-kommen, haben unsere Sachen in die Zimmer gebracht und erstmal Essen gekocht. Zwei mutige Wanderer haben sich auch direkt auf die erste kurze Tour begeben und sind die „Rentner Runde“ entlang unseres kleinen Örtchens gelaufen, wo direkt die erste große Entdeckung gemacht wurde. Eine Kuh! Aber nicht irgendeine Kuh, nein! Es war eine sehr zutrauliche Kuh mit großen Hörnern, die man sogar füttern konnte und schlussendlich wurde sie auf den Namen „Steinhoff“ getauft. Zuhause wurde derweil das Essen vorbereitet und unsere erste österreichische Köstlichkeit nannte sich „Krautspatzen“. Die lange Fahrt hatte alle ziemlich geschafft, und daher war der erste auch ein sehr kurzer Abend, und alle sind früh schlafen gegangen. 

Der darauffolgende Tag wurde erstmal langsam angefangen. Alle durften ausschlafen…naja zumindest bis Herr Böcker wieder gegen die Decke geklopft hat und um 8:30 Uhr alle zum Frühstück gekommen sind. (Für den einen ist halt Ausschlafen was anderes als für den anderen). Weh getan hats auf jeden Fall nicht, und eigentlich waren auch alle sehr motiviert und haben sich auf die erste Wanderung gefreut… Es war klar: Heute geht’s hoch zur Sulzlalm. Und das ist nicht gerade ohne!.
Am Berg angekommen hat man die Motivation jedoch sehr unterschiedlich zu spüren bekommen, einerseits durch sprintende Schüler und Schülerinnen, die den Berg hochgerannt sind und andererseits durch Schüler, die nach 50 Metern sagten „Eins ist klar fürs nächste Mal: Es gibt kein nächstes Mal!“. Aber eines hatten alle gemeinsam: Sie brauchten alle 20 Meter eine Pause und wurden kurze Zeit später von der Lehrer-Fraktion überholet überholt.
Als dann doch eingesehen wurde, dass wir gemeinsam ein Tempo laufen sollten, haben das alle Schüler gut annehmen können, und wir sind geschlossen als Gruppe hoch bis zu unserem ersten Ziel gelaufen, der Sulzlalm. Dort haben wir uns gestärkt und sind nach einer ausge-dehnten Pause wieder den Abstieg an-getreten. Unten angekommen haben wir uns an einen Bach gesetzt und haben ein wenig verweilt, haben Symbole aus Steinen gelegt, unsere Füße im Bach gekühlt und sind anschließend wieder zu unserer Hütte gefahren.
Abends haben wir dann das erste Mal unseren Kamin angemacht und ferngesehen bzw. Kicker gespielt oder am Handy gedaddelt.

Am Dienstag ging es dann richtig los! Unsere wahrscheinlich größte und schwierigste Wanderung hat uns zu den Roßkar-Wasserfällen geführt. Bereits am frühen Morgen sind wir direkt von unserer Hütte losgelaufen und haben uns entlang schöner Wiesen, steiler Abhänge und riesiger Felsen in einem Marsch von ca. 3 Stunden zu den Roßkar-Wasserfällen hochgekraxelt.
Dort angekommen war der Blick unglaublich! Nicht nur die Wasserfälle waren überwältigend, nein auch der Blick von dort ins Tal und fast direkt zu unserer Hütte war atemberaubend! Bei dieser Wanderung hat man sofort gemerkt, dass alle von uns die Tipps und Erfahrungen vom Vortag gut umsetzen konnten, denn 3 Stunden Wandern hat einigen Schülern noch nicht gereicht. Sie wollten weiter, bis zu einem der schönsten Seen in ganz Österreich, dem Roßkarsee.
Während also zwei Schüler mit Frau Heckenkamp bis ganz nach oben gewandert sind, hat sich der Rest auf den schwierigen und sehr steilen Rückweg begeben und, an der Hütte ange-kommen, schonmal das Essen für den Abend vorbereitet. Als wir dann später alle zusammen waren und die Bilder vom See gesehen haben ist zwar Neid aufgekommen, aber die allgemeine Anstrengung vom Tag war deutlich zu spüren und hat nach dem Essen auch für eine schnelle Schlafenszeit gesorgt. 

Auch einen Tag später war diese Erschöpfung noch sehr präsent, weshalb wir zur Mitte der Woche einen Tag Pause eingelegt haben. Bei wieder einmal dem schönsten Wetter, das man sich nur vorstellen kann, sind wir von unserer Hütte ca. 10 Minuten zu einem Bach gelaufen, haben Decken ausgebreitet und die Sonne sowie das kühle Wasser vom Fluss genossen.
Zwei Schüler haben sich sogar getraut unter Anfeuerungsrufen in das eiskalte Wasser zu setzen, einige haben Badmin-ton gespielt und wieder weitere einfach die Aussicht inmitten der Berge genossen. Die Frage, die sich durch den ganzen Tag gezogen hat, war: „Gibt es eigentlich einen schöneren Ort?“ Als wir nachmittags dann wieder zur Hütte gegangen sind, haben wir noch gekocht, Tischtennis gespielt und die Kletterausrüstung anprobiert, die wir am kommenden Tag brauchen werden. Den Abend haben wir gemeinsam im Wohnzimmer ausklingen lassen. 

Frühmorgens haben wir uns dann auf den Weg gemacht in Richtung Simms-wasserfall. Ein riesiger Wasserfall, um den verschiedenste Klettersteige befestigt sind, und direkt vorweg ein Übungsklettersteig um zu probieren wie gut man z.B. Karabiner einhaken kann und wie sicher man beim Klettern mit seinem Equipment umgeht. Nachdem alle es probiert haben und auch mehrere mitgekonnt hätten, hat sich letztlich nur eine Schülerin getraut mit einem Lehrer und dem Schulbegleiter entlang des Wasserfalls zu klettern! Es sind wunderschöne Fotos entstanden und viele einmalige Eindrücke konnten gesammelt werden. Nach ca. 40 Minuten sind alle Kletterer wohlbehalten wieder unten angekommen und nach einer kurzen Pause dann gemeinsam mit den anderen weiter zur Rossgumpenalm gewandert. Auf dem Weg dahin haben wir noch einen kurzen Zwischenstopp am Rossgumpen-Wasserfall eingelegt, sind aber zügig weiter zur Alm, wo wir uns alle gestärkt haben, um noch Kraft für die weitere Wanderung zur bekannten Panoramabrücke über Mühlwald zu haben. Nach einer ganzen Stunde Aufstieg hat man sie dann endlich gesehen, die 200 Meter lange und 110 Meter hohe wackelige Hängebrücke. Das Hinüberlaufen war nichts für schwache Nerven! Und für einige Schüler die längsten 200 Meter, die sie bis jetzt gelaufen sind, aber wunderschön! Ein traumhaftes Wetter, eine ideale Höhe, eine tolle Aussicht. Ab jetzt ging es nur noch bergab, da fragt man sich wieder mal „Gibt es was Schöneres?“ 

Jetzt ist schon Freitag und damit der letzte Tag der Woche, an dem wir noch aktiv etwas unternehmen konnten, und auch hier wurde keine Pause gemacht! Wir sind mit der Jöchelspitzbahn bis auf 1763m Höhe gefahren und haben dort eine Wanderung zum Jächelspitz– Gipfelkreuz gestartet. Nach kurzer Zeit hat sich aber offenbart, dass allen die die vielen Aktivitäten der letzten Tage noch in den Knochen steckten. Und deshalb teilte sich die Gruppe nach der Hälfte Fünf Schülerinnen und Schüler sind gemeinsam mit zwei Erwachsenen weitergelaufen, und der Rest ist bei dem Wegkreuz bei Mitte des Aufstiegs umgedreht, zurück zur Gondel und der sich dort befindlichen Alm. Kurz vor Erreichen des Ziels konnten aber auch die mutigen 5 Bergsteiger ihrem Ziel nichtmehr näherkommen, denn es wurde einfach zu gefährlich. Steile Klippen, kein richtiger Pfad und rutschige Felsen haben eine Tritt-sicherheit vorausgesetzt die wir zu diesem Zeitpunkt einfach nicht mehr hatten, weshalb wir das Kreuz zwar gesehen aber nicht erreicht haben. Streng nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ sind aber alle gut gelaunt wieder runter gelaufen, um dann in der Alm noch etwas Kühles zu trinken und anschließend wieder mit der Gondel nach unten zu fahren. Am Abend haben wir dann noch das Gasthaus Alpenrose direkt vor unserer Hütte ausprobiert, um den Rest Urlaubsgeld auf den Kopf zu hauen – und es war wirklich lecker! Ein gelungener Abschluss der Woche, der allen noch einmal ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert hat und mit dem auch das anstehende Kofferpacken viel leichter von der Hand ging. 

Samstagsmorgens haben wir gemeinsam gefrühstückt, den Bus gepackt und sind früh den Rückweg angetreten. Zurück durch das Tal der Holzschnitzereien, über die österreichische Grenze und acht weitere Stunden über die deutschen Autobahnen mit einer ziemlichen Ruhe im Auto. Gegen 17 Uhr sind wir dann wieder in Nordkirchen angekommen – und alle wurden abgeholt.

Puh, das war ein ganz schön anstrengender Urlaub, aber auch ein ganzschön guter! 

Die Berge, die schöne Atmosphäre, das Gefühl oben auf einem Berg zu stehen, das brillante Wetter über die gesamte Woche und vieles andere mehr hat alle Schüler so mitgenommen das JEDER wieder mitkommen möchte! Und was kann man da noch sagen außer?………

„Nichts gegen euch“ liebe Lehrer, Lehrerinnen und Schulleitung, aber wir glauben, die Maxikraxxler von diesem Jahr möchten auch das kommende Jahr dabeibleiben und würden sich über einen weiteren schönen Urlaub in den Bergen freuen!

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