Unsere Schule Konzept

Unsere Schule

Einrichtung, Lage, Einzugsbereich, Räumlichkeiten, Schüler und Personal, Konferenzen, Tagesablauf, Schule als Ausbildungsort, besondere Angebote und Schwerpunkte

Zur Einrichtung

Die Maximilian-Kolbe-Schule ist Teil der Kinderheilstätte. Träger ist die Vestische Caritas-Kliniken GmbH.

Neben der Schule gehören zur Kinderheilstätte

  • die Interdisziplinäre Frühförderstelle mit dem familienunterstützenden Dienst (FuD) und der Beratungsstelle DIREKT an den Standorten Lüdinghausen, Dülmen, Nordkirchen
  • die Heilpädagogische Tageseinrichtung für Kinder mit und ohne Behinderung an den Standorten Nordkirchen, Dülmen und Datteln
  • das Wohnheim mit verschiedenen Wohnformen für Kinder und Jugendliche an den Standorten Nordkirchen, Selm, Ahlen, Dortmund und Waltrop
  • die ärztliche Abteilung
  • die Verwaltungs- und die Handwerkerabteilung
  • der Integrationsfachbetrieb „Küche“

 Auf dem parkähnlichen Gelände der Kinderheilstätte befinden sich zusätzlich

  • der Schulgarten mit Backhaus und Tierhaus
  • der Streichelzoo
  • der Sinnesgarten und verschiedene Spielplätze

Aus einer Einrichtung für an Tuberkulose erkrankter Kinder — daher der Name „Kinderheilstätte“ — entstand 1965 eine Tagesbildungsstätte für geistig behinderte Kinder und Jugendliche, die 1977 zu einer Sonderschule umgewandelt wurde.

Die Erweiterung zur Schule für Körperbehinderte erfolgte 1996, und seit dem 01.08.2005 ist die Maximilian-Kolbe-Schule eine Förderschule mit den Förderschwerpunkten geistige Entwicklung sowie körperliche und motorische Entwicklung.

Zwei Ordensfrauen der Heiligenstädter Schulschwestern arbeiten als Erzieherin in der heilpädagogischen Tageseinrichtung und als Lehrerin für sonderpädagogische Förderung in der Schule.

 

Lage und Einzugsbereich

Die Maximilian-Kolbe-Schule liegt im Zentrum von Nordkirchen, einem Ort mit etwa 5000 Einwohnern.

Das Gelände der Kinderheilstätte wurde in den letzten Jahren in das Dorf integriert.

So bietet der Sinnespark viele Möglichkeiten der Begegnung, die von den Nordkirchenern häufig genutzt werden.

Die Ausschilderung der Hauptwege mit Straßennamen sowie die Vergabe üblicher Hausnummern sollen auch nach außen sichtbar den Wandel von einer „Sondereinrichtung“ zur Integration ins Ortsbild dokumentieren.

In unmittelbarer Nähe zur Schule befinden sich zwei Supermärkte, einige Fachgeschäfte, Banken, verschiedene Fachärzte, eine Apotheke, Gaststätten und Imbisse.

Ebenfalls zu Fuß erreichbar sind das barocke Wasserschloss (Fachhochschule für Finanzen des Landes NRW) und seine Parkanlagen.

Der Einzugsbereich der Maximilian-Kolbe-Schule ist der südliche Bereich des Kreises Coesfeld. Durch den Wohnheimbereich besuchen auch Kinder und Jugendliche die Schule, deren Elternhaus außerhalb des Einzugsbereichs liegt.

 

Räumlichkeiten

Die Schüler werden in fünf Gebäuden unterrichtet.

Haus 5: Klassen der Primarstufe und der Sekundarstufe I

Haus 2: Klassen der Sekundarstufe I

Haus 11: Klassen der Berufspraxisstufe

Haus 10: zwei Klassen der Primarstufe und der Sekundarstufe I

Eine Klasse der Primarstufe befindet sich in der Mauritiusschule (Grundschule der Gemeinde Nordkirchen) und kooperiert dort mit einer Partnerklasse.

Die Klassenräume haben zugeordnete Gruppenräume. Es gibt Fachräume für

  • Musik
  • Kunst und Tonarbeiten
  • Hauswirtschaft
  • Backen
  • Holz
  • Metall
  • Textil
  • Basale Förderung (Licht und Schatten)
  • Snoezelen
  • Computer

Zudem ist ein Freizeitraum für ältere Schüler vorhanden.

Es gibt Räume für die Physiotherapie, die Logopädie und die Ergotherapie.

Pflege- und Ruheräume runden das Raumangebot ab.

Im Sportgebäude (Haus 6) befinden sich eine Turnhalle, eine Gymnastikhalle, ein Luftkissen und ein Therapieschwimmbecken. Nach der Schließung des Schwimmbads der Gemeinde Nordkirchen im Sommer 2015 nutzen wir sehr eingeschränkt das Schwimmbad in Lüdinghausen.

Auch stehen die Sporthalle der Gesamtschule, eine Reithalle und ein Reitplatz zur Verfügung.

 

Für die Medien gibt es Lager- und Ausleihräume. Weitere Medien sind über die Mediensammlungen der Fachkonferenzen zu entleihen.

Das Foyer in Haus 3 wird für Lehrerkonferenzen und größere Veranstaltungen genutzt.

In Haus 3 befindet sich ein Lehrerzimmer. Hier sind Fachzeitschriften, Medienkataloge und die Bibliothek untergebracht. Ein Besprechungsraum ist in der ersten Etage von Haus 5.

Für das Personal besteht die Möglichkeit, in einer Cafeteria ein Mittagessen einzunehmen.

 

Schüler

Etwa 280 Schüler besuchen die Schule. Von ihnen leben etwa 130 Schüler in den Wohngruppen des Wohnheims.

Die Schüler werden in 30 Klassen unterrichtet.

Die Klassen haben in der Regel acht bis zwölf Schüler.

In der Regel sind zwei Lehrer im Unterricht einer Klasse eingesetzt.

 

Über die Klassen- und Schülersprecher sind die Schüler an der Schulmitwirkung beteiligt.

Die Schulkonferenz besteht neben der Schulleitung aus je fünf Eltern-, Lehrer- und Schülervertretern.

Der Schülerrat tagt regelmäßig und wird von zwei Vertrauenslehrern unterstützt.

Regelmäßige Veranstaltungen werden durch den Schülerrat organisiert. Hierzu gehören unter anderem Kickerturnier, Wandertag, Disco, Kino, Ausflüge,…

 

Personal

Zurzeit arbeiten in der Schule:

  • Lehrer für sonderpädagogische Förderung
  • Fachlehrer
  • Grundschullehrer
  • pädagogische Unterrichtshilfen und Sozialpädagogen
  • Lehramtsanwärter für das Lehramt für Sonderpädagogik
  • Fachlehrer in der Ausbildung
  • Integrationshelfer/Assistenzkräfte: Fachkräfte für Pflege und Pädagogik, Pflegehilfskräfte; zu den Pflegehilfskräften gehören auch Erzieherinnen und Heilerziehungspflegerinnen im Anerkennungsjahr sowie Bundesfreiwilligendienstler
  • Therapeuten (Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie)
  • Sekretärinnen, Hausmeister, Mitarbeiterinnen in der Essensausgabe

 

Für die meisten Berufsgruppen liegen Arbeitsplatzbeschreibungen vor.

Zur Schulleitung gehören der Schulleiter und zwei stellvertretende Schulleiter, die für die Primarstufe und die Sekundarstufe I sowie für den Berufspraxisstufe (Sekundarstufe II) zuständig sind. Ein Geschäftsverteilungsplan beschreibt ihre Aufgabenbereiche.

 

Konferenzen

Die Bildungs- und Erziehungsarbeit wird durch Konferenzen unterstützt und gelenkt. Es gibt

  • Lehrerkonferenzen
  • Stufenkonferenzen
  • Fachkonferenzen
  • Stufensprecherkonferenzen
  • Konferenzen der Leiter der Fachkonferenzen
  • Klassenkonferenzen
  • Konferenzen der Schulleitungsmitglieder
  • Schulkonferenzen
  • Schulpflegschaftssitzungen
  • Schülerratssitzungen

 

Die Anzahl der Konferenzen ist festgelegt.

Die Aufgaben der Konferenzen werden in der Schulmitwirkungsordnung beschrieben.

Die Stufensprecherkonferenz übernimmt auch die Aufgaben einer Steuergruppe. Sie berät für das Schulprogramm relevante Schulentwicklungsziele und begleitet die Umsetzung und Auswertung der Zielsetzungen.

 

Tagesablauf

Die Maximilian-Kolbe-Schule ist eine Ganztagsschule. Der Unterricht beginnt um 8.30 Uhr und endet montags bis donnerstags um 15.30 Uhr. Freitags ist um 12.15 Uhr Unterrichtsende.

Dienstbeginn ist um 8.15 Uhr mit Ankunft der Busse, Dienstende ist nach Abfahrt der Busse: montags bis donnerstags um 15.45 Uhr, freitags um 12.30 Uhr.

Seit dem Schuljahr 14/15 wurden die Unterrichtszeiten von einem 90-Minuten-Rhythmus auf einen 60-Minuten-Rhythmus umgestellt. (s. Kapitel 3)

 

Die Kinderheilstätte hat eine Küche und liefert das Mittagessen. Dazu gehören auch Diätessen. Sie werden von einer Fachkraft zusammengestellt.

Das Mittagessen wird in den Speisesälen oder im Klassenraum eingenommen. Speisepläne und Talker informieren über das Essen; der Speiseplan findet sich auch auf der Homepage.

 

Schule als Ausbildungsort

Die Schule bietet die Möglichkeit zur Ausbildung für:

  • Lehrer für sonderpädagogische Förderung (Lehramtsanwärter für die Dauer von 18 Monaten mit dem Abschluss des zweiten Staatsexamens). Ein Ausbildungsbeauftragter aus dem Kollegium betreut die Lehramtsanwärter.
  • Fachlehrer (Fachlehrer in Ausbildung für die Dauer von 18 Monaten mit der Abschlussprüfung zum Fachlehrer)
  • Heilerziehungspfleger, entweder als einjähriger Abschluss der insgesamt dreijährigen Ausbildung oder in der dreijährigen dualen Ausbildung, die gleichzeitig den Besuch des Berufskollegs an zwei Tagen und die Arbeit in der Schule an drei Tagen während der gesamten Ausbildungszeit vorsieht
  • Kurzzeitpraktikanten der verschiedenen Studienrichtungen

 

Besondere Angebote und Schwerpunkte

Musik

Eine Reihe musikalischer Zusatzangebote ergänzen den Musikunterricht im Klassenverband:

  • die Musikwerkstatt (musikalische Grundausbildung)
  • zwei Schulchöre (je einer für jüngere und ältere Schüler)
  • zwei Rollstuhltanz-AGs (je eine für jüngere und ältere Schüler)
  • der Trommelzug
  • Instrumentalunterricht (durchgeführt von Musikschullehrern in Kooperation mit der Musikschule Lüdinghausen)
  • eine Schulband (Schüler aus dem Instrumentalunterricht)

Die Schüler, die an den AGs oder Musikgruppen teilnehmen, erhalten im  Laufe des Schuljahres Gelegenheit zur Präsentation ihrer Arbeit durch Auftritte

  • beim musikalischen Nachmittag (Chor, Musikwerkstatt, Rollstuhltanz, Instrumentalschüler)
  • beim Instrumentalvorspiel (Schüler aus dem Instrumentalunterricht, in diesem Schuljahr auch in Kooperation mit Instrumentalschülern der Grundschule)
  • bei der Entlassfeier (Trommelzug, Chor, Rollstuhltanz)
  • bei Schulfesten (Trommelzug, Chor)

In Zusammenarbeit mit anderen Förderschulen findet in unregelmäßigen Abständen ein ganztägiges Musikfest statt. Auch die Maximilian-Kolbe-Schule hat dieses Fest bereits ausgerichtet und mit Schülergruppen andere Schulen besucht.

 

Theater

Die Theaterarbeit an unserer Schule wurde im Schuljahr 1991/92 begonnen und hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt. Sie findet klassenübergreifend einmal in der Woche  als Arbeitsgemeinschaft statt und richtet sich an Schüler der Primar- und Sekundarstufe (Kl.5-7).

Die Theater-AG kann auf eine Vielzahl von Produktionen und Aufführungen zurückblicken. Höhepunkte stellten kleine „Tourneen“ in die Nachbarorte und die viermalige Teilnahme am Theaterfestival für Förderschulen in Münster dar. Das Festival wurde vom Verband deutscher Sonderschullehrer ins Leben gerufen und im Rahmen des Projektes „Kultur und Schule“ selbst organisiert weitergeführt.

Ziel der Theaterarbeit ist es, den Schülern Möglichkeiten zu bieten, ihre Ausdruckskraft und das Gestaltungsvermögen zu erproben. Durch den Einsatz von Musik, Spielen, Bewegungs- und Tanzimprovisationen werden sie unterstützt, sich in die Grundstimmung des Theaterstücks einzufinden und sich auszudrücken. Den Schülern  wird ein Spielrahmen angeboten, der ihnen Freiraum für die Ausgestaltung einer Rolle lässt.

Bei der gemeinsamen Entwicklung eines Theaterstücks und den Aufführungen erleben die Schüler sowohl Wichtigkeit der eigenen Person und die Zusammenarbeit in einer Gruppe. Das Theaterspiel stärkt das Selbstbewusstsein der Schüler und fördert ihre sozialen Kompetenzen.

 

Sport: Skikurs, Wanderkurs, Wanderritt

Skikurs

Jährlich fährt der Skikurs mit 14 Schülern für eine Woche nach Mittenwald. Übernachtet wird in einer Jugendherberge. Das Programm ist reichhaltig. Es werden Skilanglauf, Ski Alpin, ein Schneeschuhlauf bzw. eine Schneeschuhwanderung, Rodeln und ein Schwimmbadbesuch angeboten.

Darüber hinaus sind attraktive Ziele, wie z.B. Garmisch-Patenkirchen mit Besuch der Partnachklamm, der Sprungschanze und des Olympiastadions, das Kloster Ettal, Seefeld oder Innsbruck in nicht allzu weiter Ferne.

Der Skikurs dient der Förderung der notwendigen motorischen und sportlichen Fähigkeiten und bereitet einige Schüler auf die Teilnahme an anderen Veranstaltungen vor (nationale Winterspiele, Weltwinterspiele im Rahmen der Special Olympics). Der Skikurs ist auch ein unterrichtliches Element der Freizeiterziehung.

 

Wanderkurs

Einmal im Jahr fährt der Wanderkurs für eine Woche in die österreichischen Alpen. Sechs Schüler verbringen mit zwei Lehrern im Spätsommer oder Frühherbst eine Woche in Gramais/Lechtal in einem Selbstversorgerhaus. Von dort aus werden leichte bis mittelschwere Halbtages- oder Tageswanderungen gestartet, die der Leistungsfähigkeit der Teilnehmer angepasst sind. Teilweise werden auch leichte Klettersteige absolviert. Es gibt einen Ruhetag, an dem wieder Kräfte gesammelt werden können und das Lechtal mit seinen kleinen Dörfern und Städtchen erkundet werden kann.

Durch die Bewältigung der ansprechenden Wanderungen sollen vor allem das Selbstbewusstsein der Schüler gestärkt, das Durchhaltevermögen und somit die Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden. Die Schüler setzen sich mit ihren Grenzen auseinander, was einen hohen Anspruch an die sozialen und emotionalen Fähigkeiten jedes Einzelnen stellt. Darüber hinaus ist der Wanderkurs ein unterrichtliches Element der Freizeiterziehung. Er betont den hohen Freizeitwert des Wanderns und regt dazu an, die sportliche Aktivität in der Freizeit zu nutzen.

 

Wanderritt

Seit 2005 unternimmt jährlich eine klassenübergreifende Schülergruppe der Sekundarstufe I einen dreitägigen Wanderritt. Dabei wird der erste integrative Reitweg Deutschlands genutzt, der auf Grevener, Altenberger und Nordwalder Stadtgebiet liegt und sich durch eine besondere Streckenführung und behindertengerechte Infrastruktur auszeichnet.

Für das Reiten stehen das schuleigene Pferd Lilli und die Islandpferde der Reitschule Linkies zur Verfügung. Das Leben in Zelten oder Holzhäusern, das intensive Zusammensein mit drei, vier Pferden und einem Hund sowie der ganztägige Aufenthalt in der Natur ist für alle Teilnehmer ein besonderes Erlebnis.

 

Kooperation mit der Grundschule „Gemeinsam fördern und besonders fördern“

Schülerinnen und Schüler der Maximilian-Kolbe-Schule (Förderschule) und der Mauritiusschule (Grundschule) lernen und leben gemeinsam

Das Konzept der Kooperationsklassen wurde im Schuljahr 2011/2012 gestartet. Das Konzept wurde von den beteiligten Kollegen und den Schulleitungen unter Begleitung des Kompetenzteams des Schulamtes für den Kreis Coesfeld entwickelt.

Eine Klasse der Maximilian-Kolbe-Schule lernt und lebt im Schulgebäude der Mauritiusschule zusammen mit einer Partnerklasse der Mauritiusschule. Es liegen inzwischen Erfahrungen mit zwei Kooperationsklassen vor, die seit dem Schuljahr 2011/2012 für jeweils zwei Jahre miteinander arbeiteten.

Seit dem Schuljahr 2015/2016 befindet sich die dritte Kooperationsklasse der Maximilian-Kolbe-Schule in die Grundschule.

Die Schüler der Kooperationsklassen bleiben Schüler der Förderschule, sind auch weiter eingebunden in unterrichtliche und therapeutische Förderangebote in den Räumlichkeiten der Maximilian-Kolbe-Schule und werden auch ganztags beschult.

Kooperationsklassen der Förderschule in der allgemeinen Schule können grundsätzlich eine Möglichkeit sein, den Weg inklusiver Bildung gemeinsam zu gestalten und weiterzuentwickeln. Die Kooperationsklassen in Nordkirchen sind Teil eines standortbezogenen, differenzierten Konzepts von Inklusion durch intensive Kooperation. Sie bieten die Möglichkeit einer gemeinsamen Förderung im Unterricht und im Schulleben. Schwerpunktmäßig wird kooperiert in den Fächern „Musik“, „Kunst“, „Schwimmen – Sport“ und bei fächerübergreifenden Aktivitäten.

 

Tiergestützte Pädagogik

Die Tiergestützte Pädagogik nutzt die motivierende Anwesenheit der Tiere für die Arbeit mit Schülern besonders im Bereich des sozialen Lernens. Der Umgang mit Tieren bietet die Möglichkeit, sich einem Lebewesen gegenüber zu öffnen und positiv zuzuwenden. Die Tiere können Brücken bauen und den Schülern helfen, in Kontakt zu treten und Gefühle auszudrücken. Das Übertragen von Verantwortung durch die Arbeit mit Tieren fördert in hohem Maße das Selbstwertgefühl, die Selbstwirksamkeit und das Selbstbewusstsein der Schüler. Sie entdecken dabei schrittweise Sozialkompetenzen, die zu erkennbaren Verhaltensänderungen führen und sich auch auf andere Unterrichtsangebote positiv auswirken können.

Die Maximilian-Kolbe-Schule hat viele Möglichkeiten, mit Tieren in Kontakt zu treten oder mit ihnen zu arbeiten. Im Schulgarten und im Streichelzoo werden Kaninchen, Hühner, Meerschweinchen, Ziervögel, zwei Esel und eine Ziegenherde gehalten. Die Schule besitzt zwei Therapiepferde für das Reiten und Voltigieren. Sie sind auf einem Hof in Lüdinghausen untergebracht und werden dort zum Teil auch von den Schülern versorgt. Darüber hinaus werden mehrere Hunde von entsprechend geschulten Lehrern im Unterricht eingesetzt.

Bei den verschiedenen Unterrichtsangeboten erhalten die Schüler einen Einblick über den Pflegeaufwand und die Bedürfnisse der verschiedenen Tierrassen und versuchen, ihr Handeln danach auszurichten. Dabei erwerben sie Kenntnisse über die Stalleinrichtungen, Futtersorten und den artgerechten Umgang mit den Tieren. 

Bereiche der Tiergestützten Pädagogik:

Arbeit und Umgang mit Haus- und Nutztieren

Siehe Förderung in den Unterrichtsfächern: Gartenbau – Tierhaltung

Arbeit und Umgang mit Pferden

Siehe Förderung in den Unterrichtsfächern: Reiten und Voltigieren

Einsatz von Schulhunden

Die Hunde werden als Lernbegleiter zur Förderung der ganzheitlichen Entwicklung der Schüler eingesetzt. Hier werden die positiven Auswirkungen von Hunden auf Menschen genutzt. Bereits die Anwesenheit eines Hundes in der Klasse kann entspannend auf die Schüler wirken und Stress reduzieren. Ebenso können Hunde die Schüler motivieren und zu verschiedenen Aktivitäten auffordern.

Die Ziele für den Einsatz von Schulhunden sind:

  • Schaffen einer positiven Lernatmosphäre
  • Abbau von Ängsten
  • Aufbau von Empathie und Selbstbewusstsein
  • Aneignung von Sachwissen zum Thema Hund
  • Lernen eines angemessenen und respektvollen Umgangs mit dem Hund
  • Abwechslung und Spaß im Schulalltag

Zurzeit werden regelmäßig vier Hunde von Lehrern als Klassenhunde, Waldhunde und als Begleitung beim Voltigieren eingesetzt.

Der Einsatz eines Schulhundes wird immer von einem erfahrenen Mensch-Hund-Team geplant und umgesetzt.

 

Die Waldklasse – ein Angebot für „Schüler mit herausforderndem Verhalten“

Die Maximilian-Kolbe-Schule hat in den vergangenen Jahren besonderen Wert auf die Herausbildung und Anwendung von Konzepten gelegt, die sich mit der schulischen Förderung von Schülern mit herausforderndem Verhalten befassen.

Entstanden sind und eingesetzt werden:

  • die Schulordnung
  • der Trainingsraum
  • das Präventions- und Deeskalationsprogramm RADAR
    (R-Registrierung, A-Aggression, D-Diagnose, A-Analyse, R-Risiko)
  • die Mitarbeit von pädagogischen Fachkräften zur Einzelbetreuung und

die Waldklasse:

Die Schule nutzt ein Waldstück außerhalb des Schulgeländes. Dreimal wöchentlich verbringen dort Schüler aus der Sekundarstufe 1 (8-10) und der Berufspraxisstufe (11-13) mit besonderen Verhaltensproblemen den gesamten Schultag. Der pädagogische Schwerpunkt liegt unter Zuhilfenahme erlebnispädagogischer Inhalte vorrangig im sozialen Lernen. Hierbei werden Erfahrungen gemacht im Baumklettern, in mobilen niedrigen und hohen Seilgartenstationen, in unterschiedlichen Slackline-Aufbauten und gruppenbezogenen Projekten.

Darüber hinaus finden sich in der täglichen Arbeit Einflüsse aus verschiedenen Lern- und Arbeitsbereichen wieder, wie

  • Sachunterricht: Ein- und Verarbeitung sachunterrichtlicher Inhalte, die sich umgebungs- bzw. jahreszeitlich bedingt ergeben
  • Arbeitslehre: Holz – Holzbe- und –verarbeitung für die Brennholzbevorratung, auch in Projekten zur Herstellung von Gebrauchsgegenständen
  • Hauswirtschaft: Die tägliche Selbstversorgung und das Kochen über offenem Feuer nehmen viel Zeit und Raum in Anspruch
  • Bewegungsangebote: Neben den immer wieder stattfindenden Spaziergängen und kleinen Wanderungen, ist die Nutzung der Geländeräder bei den Schülern sehr beliebt.
  • Tiergestützte Pädagogik: An zwei Tagen in der Woche wird die Gruppe von zwei Hunden begleitet, die für die Schüler ein sehr spezielles Aufgabenfeld eröffnen und bei der Integration in die Gruppe hilfreich sein können.


Schulgarten

Der Schulgarten mit einer etwa 1000 qm Grundfläche – bestehend u.a. aus einem Bauerngarten, Hochbeeten, Foliengewächshäusern, Rasenflächen und Beerenobststräuchern – ermöglicht den Schülern in vielfältiger Weise die Auseinandersetzung mit der Natur.

Im Schulgarten befindet sich ein Tierhaus für Kleintiere. Ein großes Backhaus mit einem feuerbetriebenen Steinofen rundet die naturnahen Lernangebote ab.

Die Arbeit mit gärtnerischem Standardwerkzeug und der Einsatz von gartenbaulichen Maschinen (Rasenmäher, Motorheckenschere) tragen zur Pflege und Instandhaltung des Schulgartens bei und bilden Arbeitsschwerpunkte eines Gartenjahres in der Berufspraxisstufe.

Der Anbau von Gemüsekulturen im Freiland und unter Folie gibt den Schülern Einblicke in die Anbaupraxis gängiger saisonaler Nahrungsmittel. Den Lerngruppen steht ein beheiztes Gewächshaus zur Anzucht von Balkon- und Zimmerpflanzen zur Verfügung. An größeren Projekten, wie die Ernte und Weiterverarbeitung von Äpfeln der hauseigenen Obstwiese zu Apfelsaft, beteiligen sich die Schüler klassenübergreifend.

 

Angebote religiösen Lernens

Tage religiöser Orientierung

Tage religiöser Orientierung (TrO) sind ein Angebot unabhängig von der Religions- oder Konfessionszugehörigkeit. Die Teilnehmer setzen sich mit Fragen der Lebensorientierung und Sinnsuche auseinander. Unter anderen Bedingungen als im Unterricht besteht die Möglichkeit eines offenen Nachdenkens über persönliche und religiöse Themen. TrO finden in der Jugendbildungsstätte der Benediktiner Abtei Gerleve, in der Regel einmal pro Schuljahr für die Berufspraxisstufe (zehn bis zwölf Schüler), statt.

Tage religiösen Erlebens

Dies ist ein gemeinsames Angebot des Wohnheims und der Schule im Exerzitienhaus „Verbum Dei“ in Senden-Venne. In einer 1:1-Begleitung erleben die Teilnehmer in ruhiger Atmosphäre religiöse Impulse aus der Bibel und dem Kirchenjahr. Die „Zeit zu zweit“ findet jedes zweite Jahr für etwa zehn schwer und mehrfach behinderte Schüler der Berufspraxisstufe und ihre Begleiter statt.

Religiöse Schulwoche

Die religiöse Schulwoche ist ein Angebot eines ökumenischen Teams von Theologen und Pädagogen mit den Schwerpunkten „Lebensorientierung, Wertehaltung, Identitäts- und Glaubensfragen“. Es richtet sich an die Klassen 8-10 (Sekundarstufe I) und deren Lehrerinnen und Lehrer.

Vorbereitung und Feier von Erstkommunion, Firmung und Konfirmation

Die Vorbereitung und die Feier von Erstkommunion, Firmung und Konfirmation sind in der Regel Aufgaben der Kirchengemeinden, in denen die Schüler wohnen. In Zusammenarbeit mit der katholischen Gemeinde St. Mauritius und der evangelischen Kreuzgemeinde gibt es ein Angebot an die Schüler und deren Familien, diese Feiern in der Schule vorzubereiten und in den Kirchen Nordkirchens zu feiern.

 

 

Karnevalsumzug Nordkirchen

Der Karnevalsumzug in Nordkirchen wird seit mehr als 30 Jahren inklusiv gefeiert. Prinz und Prinzessin kommen abwechselnd aus der Maximilian-Kolbe-Schule oder aus der Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Am Nelkendienstag erfolgt die Schlüsselübergabe durch den Bürgermeister der Gemeinde an das amtierende Prinzenpaar. Nach der Schlüsselübergabe windet sich ein bunter Karnevalsumzug durch die Gemeinde. Er wird gestaltet durch Gruppen und Vereine, Schülerinnen und Schüler, vielen Musik- und Motivwagen.

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