Gutes Klima in der Corona-Zeit

Klasse Jugendstil

Wenn ich genau draufschaue, machen wir gar nicht so viel Spezielles mit unseren SchülerInnen. Die beklagen sich selten über die Situation. Wir haben den großen Vorteil, dass sie nur draußen Maske tragen müssen und im Klassenraum darauf verzichten können (alte Regelung)???? Wenn Unmut-Äußerungen kommen, geht es meist darum, nicht die Freunde aus der Stammklasse treffen zu können. Das soziale Gefüge in der Wohngruppe Jugendstil ist relativ gut. Wir haben das Glück, dass die Bewohner recht ausgeglichen sind, sich mit sich selbst und auch miteinander beschäftigen können.

Wir haben versucht, einen Stundenplan zu erstellen, der den Gegebenheiten angepasst ist. Wir beginnen um 9:00 Uhr mit Mathe und Deutsch. In Deutsch haben wir 2 Gruppen gebildet, das funktioniert recht ordentlich und die „Leser“ bekommen genügend Input. Im Matheunterricht bekommt jeder das, was für ihn passt: Arbeitsblätter, Stark -Kisten, Klettmappen, Eins-zu-eins-Zuordnung. Da es keine Kurse gibt, müssen die SchülerInnen sich nicht mit anderen messen, das nimmt ihnen den Druck.

Beliebt sind besonders die Fächer mit Bewegung. Aber auch Kreativ-Angebote wie Kunst, Filzen, Werken/Ton kommen gut an. In den Pausen dürfen alle dem nachgehen, was sie möchten. Wir konnten es einem Schüler sogar ermöglichen, seine Freundin zu treffen. Sie sitzen im Treppenaufgang: Einer ganz oben – die andere unten. Wir überprüfen die Situation regelmäßig und erinnern an die Abstandsregeln. In den Pausen sind Computer und Ipad schon sehr gefragt…

Den verkürzten Schultag empfinde ich auch als positiv. Ich kann es nur schwer erklären, warum es in unserer Gruppe gut läuft. Ich für meinen Teil habe meine Erwartungen und Ansprüche zurückgeschraubt, eine gute Portion Gelassenheit und Humor helfen mir, mit dem was ist, zu arbeiten und das Beste daraus zu machen. 

Klasse Sandmännchen

Dinge, die unseren Sandmännchen gut gefallen:

Trotzdem kleine Feste feiern (Halloween, Karneval, Herbstwoche, Adventszeit):

Auch mal einen Kinonachmittag mit Popcorn einlegen

Spaziergänge in den Schlosspark

Sport- und Bewegungsangebote im Freien

Möglichkeiten der individuellen Freizeit-gestaltung: Malen, Basteln, Kickern, 

Spaziergänge, Dart, Schaukeln, Musik hören, Gesellschaftsspiele spielen usw.

Rückzugsmöglichkeiten nutzen

Für das leibliche Wohl sorgen mit „HWU a la The Taste“ ein Angebot für jeden

Die Hygiene- und Abstandsregeln können eingehalten werden

Begleitete Gänge ins Dorf

Videobotschaften von und an die Stammklassen versenden, sodass SchülerInnen dem neuesten Stand sind und ihre MitschülerInnen und FreundInnen virtuell sehen können.

Klasse Bienenkorb

Telefonate und Videotelefonate mit den Lehrkräften der Stammklasse 

Brieffreundschaft zu den Schülerinnen und Schülern der Stammklasse

Genügend Freiraum für die Pausengestaltung 

Angepasster Tagesplan (kürzere Unterrichtsstunden)

Projektwochen (z.B Halloween und Herbst, Weihnachten).

In den Wohnheimklassen wurden die Förderpläne für die einzelnen SchülerInnen angepasst. Der Schwer-punkt ist somit in diesem Jahr für viele die Erhaltung von emotionaler Stabilität in dieser Zeit der Krise. 

Klasse 9c/10c

Wir haben in der Klasse mal gesammelt, was an Corona nervt, was aber vielleicht sogar positiv ist, was wir vermissen und worauf wir uns nach der Pandemie freuen. Es kam erstaunlich viel zusammen. Natürlich nerven die Masken. Das war bei fast allen SchülerInnen so. Auch immer wieder ans Tragen der Masken erinnert werden oder über Corona zu sprechen, finden sie sehr lästig. Nirgendwo allein hin zu dürfen ist für einige sehr schlimm. Vielmehr frustriert es aber die Jugendlichen, dass sie keine Partys feiern dürfen und keine oder kaum FreundInnen treffen, der Sport im Fitnessstudio nicht möglich ist und auch das Fußballtraining wieder ausfällt. (Schon jetzt ist ein Schüler in großer Sorge, ob er seinen vierzehnten Geburtstag feiern kann.) Sie vermissen es, ihre FreundInnen aus anderen Klassen zu treffen oder auch neue Menschen kennenlernen zu können. Auch Ausflüge oder nur Einkäufe in Kleingruppen werden vermisst. Einige beschäftigt es auch, ständig in Sorge sein zu müssen, sich anzustecken oder dass liebe Menschen erkranken und sterben könnten. Zweitrangig scheint der Ausfall von Kursen und AGs zu sein.

Erstaunlicherweise kommen die meisten in unserer Klasse mit dem vielen Lüften gut klar. Viele sind auch froh, dass wir trotz allem weiterhin Schule haben, andere allerdings nicht. Die SchülerInnen benannten, dass diese Zeit einen größeren Zusammenhalt der Menschen mit sich bringt. Und genau das erleben wir auch oft in unserer Klasse. Die klasseninternen Lerngruppen und Einzelangebote funktionieren und werden von den SchülerInnen geschätzt. Sie verbringen auch in den Pausen viel Zeit miteinander und entdecken und pflegen gemeinsame Interessen.

Vorteile erkennen die SchülerInnen darin, dass sie viele Klassenämter, z.B. den Spülmaschinendienst, zurzeit nicht ausführen dürfen und Vieles von den Erwachsenen erledigt wird.

Doch was hilft?

Die SchülerInnen wünschen sich verkürzte Unterrichtsstunden: 45 Minuten – um dann 15 Minuten an die frische Luft zu können. Es sich immer mal wieder gemütlich zu machen und gut gehen zu lassen. Konzerte am Bildschirm zu sehen würde ihnen Freude machen. Hilfreich gegen den Maskenfrust könnten für einige auch selbst bemalte Masken sein, oder auch die Kunststoffmasken, die viele Erwachsene tragen. Der Nebenraum als ein Ort, um in der Pause zu chillen, ist gerade jetzt besonders wichtig. Und noch viel wichtiger als sonst ist es, die Interessen der Schülerinnen in Unterricht und Freizeit in den Mittelpunkt zu stellen. So sind in unserer Klasse lauter BVB Fans. Wir planen einen BVB-Weihnachtsbaum, und ein Schreiben an den Verein hat uns ein tolles Paket beschert und echt gute Stimmung gemacht. Die ausgeliehene Dartscheibe sorgt für viel Spaß in den Pausen. Wir werden weiter Ausschau halten, was uns guttut und dabei hilft, auch in dieser Zeit mit Freude zu lernen. 

Scroll to Top Click to listen highlighted text!