Die außergewöhnliche Schulgartensaison 2020

Liebe Gartenfreunde. 

Corona hatte in diesem Jahr auch die Schulgartenarbeit voll im Griff. Doch auf das Gedeihen von Blumen, Kräutern, und Gemüse hatte Corona keinen Einfluss.

Unsere Idee in diesem Jahr war es, am Tag der offenen Gärten und Parks in NRW teilzunehmen. Unsere Schule wollte den Besuchern einen schönen Schulgarten präsentieren und selbst-gezogene Pflanzen verkaufen. Auch das Backhaus mit leckerem Kuchen sollte mit einbezogen werden. Dass alles ganz anders kam, wussten wir damals noch nicht. Aber der Reihe nach: Im Januar erhielten wir eine Lieferung von Kräuterjungpflanzen in Minitöpfen. 400 Pflanzen mussten umgetopft werden und erhielten einen Platz im beheizten Gewächshaus der Gärtnerei. Die Kräuter hießen Ysop, Oregano, Rosmarin, Thymian und Zitronenverbene. Ein zweites großes Standbein ist seit einigen Jahren unsere Tomatenzucht. Auch in diesem Jahr haben viele Tomatenliebhaber die Möglichkeit genutzt, sich bei uns mit Tomaten einzudecken. Vor allem alte Sorten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Wir waren buchstäblich leergefegt und mussten einige Tomatenfreunde auf das nächste Jahr vertrösten. Außerdem gibt es in jedem Jahr ein schönes Sortiment an Duftgeranien, Gemüsepflanzen und insektenfreundlichen Sommerblumen zu erwerben. Aber da hat auch uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht, denn die Schule musste schließen. Die Gartenarbeit wartete aber nicht, und so fanden sich in der Zeit einige Gartenfreunde aus der Berufspraxisstufe, die für die Schüler einsprangen.  So konnten wir die Zeit zum Bau von Natursteinmauern und zum Anlegen von Staudenbeeten sowie einer großen Bienenweide nutzen. Anfang Juni erreichte uns dann die Nachricht, dass in diesem Jahr das große Gartenfest nicht stattfindet. Aber auch so konnten wir mit unseren blumigen Angeboten vielen Gartenfreunden in der schwierigen Zeit eine Freude machen. Der Verkaufsbereich im Schulgarten wurde entsprechend gestaltet. Unter Einhaltung üblicher Coronaregeln fanden unsere Pflanzen letztendlich dann trotzdem ein neues Zuhause. Nach den Sommerferien gab es dann vieles zu ernten. Da standen Tomaten, Kürbis, Kohlrabi, Rote Beete, Zucchini, Salat, Zwiebeln, Kartoffeln oder Mangold auf dem Speiseplan. Ein Hochbeet mit frischen Kräutern wie Petersilie, Schnittlauch, Rucola oder Maggikraut sorgte für die nötige Würze der Gerichte. Unser Geheimtipp sind die superdicken Brombeeren und Himbeeren, die bis in den Oktober tragen. Natürlich haben wir auch in diesem Jahr für frischen Apfelsaft gesorgt. Trotz der Trockenheit brachten wir über eine halbe Tonne Äpfel unserer Obstwiesen zu einer Mosterei nach Herbern. Mit 275 Litern allerbestem Apfelsaft traten wir dann nach 2 Stunden stolz den Heimweg an. Unsere Abnehmer berichteten, dass der Jahrgang 2020 sehr gelungen sei. Ansonsten haben wir in diesem Jahr im Schulgarten den Rasen geschnitten, die Mähkanten mit einem Freischneider getrimmt, Staudenbeete gepflegt und die Hochbeete und das Tomatenhaus versorgt. Die Mutterpflanzen unserer Duftgeranien und Kräuter haben wir bereits wieder im Gewächshaus winterfest untergebracht. Denn schon im Januar geht es wieder los. Ihr wisst schon: Kräuterjungpflanzen, Tomatenzucht und all die anderen Sachen, auf die wir uns jetzt schon freuen. Schöne Feiertage.  

(Für die Fachkonferenz Gartenbau-Tierhaltung, Berthold S.)

Scroll to Top Click to listen highlighted text!