Bäckereifachverkäuferin

Veröffentlicht von Lehreradmin am

Lisa fährt jeden Donnerstag mit ihrem CO2-freien Verkaufswagen,   der durch ihre Integrationskraft angetrieben wird, über das Schulgelände. Egal ob die Sonne scheint, es regnet oder schneit, sie ist gerne im Auftrag für die Brotbackgruppe unterwegs, die bestellten Brote auszuliefern.

Aber fangen wir von vorne an.

Immer das gleiche Theater: 

kaum in der Klasse, muss schon der blaue Backwagen gepackt werden; Zutaten rein und dann ab in den Backraum nach Haus 2. Das Ziel ist nämlich, pünktlich um viertel vor 10 einen Teig fertig zu haben und ja nichts von unserer wertvollen Frühstückspause zu verpassen.

In der Pause haben dann nicht nur wir Zeit, auch der Teig hat Zeit zu gehen. Der Teig geht und geht und liegt nach unserer Pause trotzdem noch am selben Platz in einer großen Plastikwanne, da, wo wir ihn liegen gelassen haben.

Ziemlich verrückt, oder?

Verändert hat er sich dann aber trotzdem – er ist richtig fett geworden und jetzt ungefähr doppelt so dick wie vorhin, als wir ihn verlassen haben. Wir teilen den Teig und lassen ihn in sogenannten Gehkörben weiter wachsen. Ihr vermutet richtig – auch die Körbe gehen nicht im Backraum rum, sondern warten mit dem Teig darauf, dass er auf ein Backblech gelegt und dann zu einem Brot gebacken wird, mal zu einem Weißbrot, mal zu einem Hefezopf, Rosinenbrot, Zwiebelbrot, Olivenbrot oder was auch immer für ein Brot.

Dann ist es aber auch schon Mittag, und wir holen das fertige Brot aus dem Ofen, lassen es abkühlen und verkaufen es dann an unsere treue Kundschaft aus Schule, Wohnheim, Verwaltung und Kindergarten in der Kinderheilstätte.

So ist das mal einfach erzählt, wie wir uns den ganzen Donnerstag mit Brot backen um die Ohren schlagen. 

Schwieriger hört sich das so an:

Die Schüler und Schülerinnen lernen nach ihren persönlichen Möglichkeiten in den Vorhaben die einzelnen Handlungsschritte zur Herstellung von verschiedenen Brotteigen kennen und lernen, auf dieser Grundlage diese Backwaren zuzubereiten. 

So steht es zumindest im Klassenbuch.

Um das zu schaffen, müssen unsere Schüler eine ganze Menge können:

• Abmessen der einzelnen Zutaten nach Rezepten 

• Rühren / Kneten eines Teigs 

• Bearbeiten des Teigs

• Exaktes Teilen von Teigstücken mit der Waage

• Vorbereiten der Brote zum Backen

• Backen der Brote 

• Verkauf der Brote mit Übungen zur Kassenführung

Und nicht nur das: Backwagen und Backraum müssen gründlich aufgeräumt und sauber gemacht werden, damit es unseren Backnachfolgern aus anderen Klassen auch wieder Spaß macht, viele Brote fast wie in einer Bäckerei zu machen.

Also: Backen in der Berufspraxisstufe macht viel Arbeit, aber auch ganz viel Spaß!

Übrigens: letztens zu Halloween haben wir Gespenster und süße Totenköpfe gebacken – sehr, sehr gruselig…

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